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Indoornavigation in der NÖ Landes-Feuerwehrschule getestet
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Eine neue Technologie zur Orientierung von Feuerwehrkameraden in Innenräumen wurde erstmalig in der NÖ Landes-Feuerwehrschule getestet.
Folgender Beitrag dazu erschien auf noe.ORF.at und war auch im Fernsehen zu sehen.

Neue App lotst Einsatzkräfte durch Gebäude
Für Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettung und Polizei ist es mitunter schwierig, in brennenden oder verrauchten Gebäuden die Orientierung zu bewahren. Eine neue Handy-App lotst die Helfer nun durch das Gebäude.
Ein Einsatz in einem extrem verrauchten Haus, in dem Gebäude liegt ein bewusstloser Mann, der dringend gefunden werden muss. Darüber hinaus muss der Gashahn abgedreht werden. Das ist die Übungsannahme am Gelände der Feuerwehrschule Tulln, wo eine neue Technik getestet wird. Erstmals wird ein Trupp der Feuerwehr mit einer Applikation für Smartphones durch das Gebäude gelotst. Auf dem Mobiltelefon ist ein Gebäudeplan zu sehen, ein Punkt zeigt den Feuerwehrmännern ihren aktuellen Standort und ihren Zielort im Gebäude.

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Die neue App im Test
Am Gelände der Feuerwehrschule Tulln wurde die App nun erstmals getestet. Sie soll den Helfern künftig den Einsatz erleichtern.
„Die App erleichtert uns den Einsatz auf alle Fälle, weil wir dann wissen, wo zum Beispiel die vermisste Person ist. Gerade wenn es ein großes Gebäude ist, kann es schon lange dauern, bis wir sie gefunden haben“, sagt Florian Al-Kiswini von der Freiwilligen Feuerwehr Lichtenau (Bezirk Krems). Er gehört zu den ersten Testern der Einsatzkräfte-App. Es müsse allerdings noch einiges geändert werden, so Al-Kiswini:
„Etwa die Bedienung des Smartphones mit dem Feuerwehrhandschuh. Den können wir ja während des Einsatzes nicht ausziehen.“


Funktioniert wie ein Navi für den Autofahrer
Die App funktioniert folgendermaßen: Funk-Einheiten - sogenannte „Beacons“ - sind in gewissen Abständen an den Decken und Wänden des Gebäudes montiert. Sie senden Bluetooth-Signale, die jedes Smartphone empfangen kann. Auf dem Smartphone wird dann der Gebäudeplan angezeigt, ähnlich wie beim Navigationsgerät für das Auto kann man sich den Weg zum Ziel berechnen lassen.
Der Gebäudeplan muss allerdings zuvor in ein Computersystem eingespeist werden.
Um diese Technologie flächendeckend einsetzen zu können, müssten folglich sämtliche Gebäude mit „Beacons“ ausgestattet werden.

Vor allem in brennenden oder verrauchten Gebäuden kann die App die Suche nach vermissten Personen erleichtern.
Die App wurde von den Studenten Lukas Hold und Gerhard Pichler - er ist im Hauptberuf Polizist - gemeinsam mit einem Technik-Start-Up-Unternehmen aus Brunn am Gebirge (Bezirk Mödling) entwickelt. Hintergrund ist, dass GPS-Systeme im Gebäude-Inneren nicht gut funktionieren. Die neue Technologie kann hingegen im Innenraum auf etwa ein bis zwei Meter genau navigieren.


App derzeit ausschließlich im Testbetrieb
Das System ist zunächst vor allem für große Gebäude gedacht, sagt der technische Leiter der Firma Indoo.rs, Ronald Berger: „In unübersichtlichen Gebäuden, von denen ich den Plan nicht im Kopf haben kann - also zum Beispiel in Flughäfen und Shoppingcenter - kann so eine Technologie einen Einsatz wirklich unterstützen.“
Die Arbeit von Polizei, Rettung und Feuerwehr kann damit erheblich erleichtert werden, sagt Bezirkspolizeikommandant und Student Gerhard Pichler: „Und zwar einerseits für die Einsatzkräfte, die vor Ort arbeiten, andererseits aber auch für den Einsatzleiter. Er sieht, wo und in welche Richtung sich seine Einsatzkräfte bewegen und kann eventuell nachjustieren“, so Pichler.

Im Moment befindet sich die Einsatzkräfte-App ausschließlich im Testbetrieb. Bis für einen flächendeckenden Einsatz die gesetzlichen Weichen gestellt und alle Gebäude dementsprechend ausgestattet sind, wird es noch einige Zeit dauern. Die Entwickler selbst sprechen von fünf bis zehn Jahren. Ziel der Erfinder ist jedenfalls, dass es künftig eine Einsatz-App geben wird, in der die Pläne von allen Flughäfen, Einkaufszentren oder Bahnhöfen zusammenlaufen. Das soll im Notfall helfen, die Einsatzkräfte schnell und sicher durch das Gebäude zu lotsen.

Foto/Grafik/Text: Silvia Schreiber, noe.ORF.at


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